Typ 90 57 mm Panzerkanone:
Kuju shiki senshahō
Nach der Serienreife des Typ 89 mittleren Panzers war der nächste Schritt die bei Produktionsbeginn verwendete französische 57mm Kurzrohr-Kanone gegen ein eigenes Modell zu ersetzten. In Anlehnung an das französische Modell entstand 1930 eine robuste, wirkungsvolle Waffe für die Bekämpfung weicher Ziele.
Die Waffe musste durch eine Person bedienbar sein und maximale Wirkung gegen Feldbefestigungen erzielen. Es entstand ein Geschütz mit Schulterstütze. Diese Stütze wurde an die rechte Schulter angelegt und durch das an der linken Seite montierte Zielfernrohr das Ziel anvisiert. Die Seiterichtung erfolgte mit dem gesamten Turm für die Grobrichtung, die Feinrichtung und die Höhenrichtung erfolgte durch Anheben oder Absenken der Waffe an der Schulter. Geladen wurde mit der rechten Hand, der Abzugshebel am Pistolengriff wurde mit der rechten oder linken Hand gezogen.
Wegen des Anlegens an der Schulter musste der größte Teil des Rückstoßes durch einen Rückstoßmechanismus gedämpft werden. Dieser war federhydraulisch ausgelegt und unterhalb des Rohres in der gepanzerten Rohrwiege eingebaut.
Aufgrund des kurzen Rohres eignete sich die Kanone nicht für den Panzerkampf, was 1930 auch nicht die Hauptaufgabe war. Später konnte mit Einführung von Panzergranaten eine Panzerabwehr Fähigkeit erreicht werden, die für leichte und mittlere Panzer bis 1940 ausreichend war. Hohlladungsgranaten waren auch geplant, wurden aus Materialmangel aber nicht mehr für diese Waffe gefertigt. Ab 1937 wurde die Waffe schrittweise durch die Typ 97 57 mm Kanone ersetzt.
Daten:
| Kaliber: | 57 mm |
| Rohrlänge: | 850 mm |
| Kaliberlänge: | 14,9 |
| Seitenrichtbereich: | 20° |
| Höhenrichtbereich: | - 15° bis + 20° |
| Vo Sprenggranate: | 380 m/sec |
| Züge: | 20 |
| Drallrichtung: | rechts |
| Durchschlagsleistung: | 20 mm auf 500 m |